Radikale Prostatektomie

Bei einer radikalen Prostatektomie werden die gesamte Prostata mit ihrer Kapsel, die anliegenden Samenbläschen sowie die Lymphknoten entfernt. Dabei gibt es verschiedene Zugangswege zur Prostata:

  • Über den Unterbauch (retropubische radikale Prostatektomie)
  • Über minimal-invasive Zugang im Unterbauch (laparoskopische radikale Prostatektomie, ggf. roboterassistiert)
  • Über den Damm (perineale radikale Prostatektomie)

Alle drei Verfahren liefern gleichwertige Ergenisse hinsichtlich der Entfernung des Tumors.

Nervenerhaltende Operation
Je nach Größe und Ausdehnung des Tumors kann eine nervenerhaltende Operation durchgeführt werden. Das bedeutet, dass die Gefäß-Nerven-Bündel, die neben der Prostata verlaufen, geschont werden und so die Potenz und Harnkontinez nach der Operation bewahrt werden.

Lymphknoten
Zunächst werden bei der Opration die benachbarten Lymphknoten aufgesucht und entfernt. Mithilfe einer Schnellschnittuntersuchung wird festgestellt, ob bereits Absiedelungen in diesen Lymphknoten vorhanden sind oder nicht. Sollte dies der Fall sein, so kann der Operateur den geplanten Eingriff abbrechen und ggf. auf eine günstigere Therapie umschwenken.

Entfernung der Prostata mit Kapsel
Bei tumorfreien Lymphknoten wird die Prostata mit ihrer Kapsel sowie die Samenbläschen entfernt. Der verbleibende Blasenstumpf und das Ende der Harnröhre werden neu miteinander vernäht. Diese neue Verbindung wird in den ersten Tagen nach der Operation durch einen Katheter geschient, um so die Wundheilung zu gewährleisten und einen Urinabflussweg zu schaffen.
    
Indikationen
Die Entscheidung für eine radikale Prostatektomie hängt von verschiedenen Faktoren ab und ist angezeigt bei:

  • nicht metastasierter Tumor
  • Möglichkeit der Entfenung ohne Resttumor
  • schlechte Differenzierung des Karzinoms
  • Lebenserwartung von mehr als 10 Jahren

Sowohl bei lokal begrenztem als auch lokal fortgeschrittenem Tumor sollten die Vor- und Nachteile von Prostatektomie und Strahlentherapie sowie anderer Verfahren abgewogen werden.

Komplikationen
Folgende Komplikationen können bei einer radikalen Prostatektomie auftreten:

  • Urinverlust (Harninkontinez)
  • Erektionsstörungen/Impotenz bei Verletzung oder Entfernung des Gefäß-Nerven-Bündels
  • Erschwertes Wasserlassen durch Engstellen in der neuen Blasen-Harnröhrenverbindung

Laparoskopische roboterassistierte Operation
In einigen Zentren wird eine laparoskopische Operation mit einem Operationsroboterangeboter (z.B. da Vinci) angeboten. Mögliche Vorteile der Operation mit da Vinci sind: geringerer Blutverlust und Schmerzmittelbedarf sowie kürzere Krankenhaus und Katheterverweildauer. Als Nachteile werden eine längere OP-Dauer und eine Lernkurve des Operateurs genannt, weshalb ein erfahrenes Zenrtum ausgewählt werden sollte.