Nierensteine

Allgemeines
Etwa 5% der deutschen Bevölkerung haben ein Steinleiden im Harntrakt. Dabei sind Männer 4-mal so häufig betroffen wie Frauen. Der Altersgipfel liegt bei etwa 35 Jahren.
Steine können im gesamten Harntrakt entstehen und Beschwerden verursachen. Daher kann der Stein, je nachdem wo er sitzt, an verschiedenen Stellen zu Schmerzen führen.

Beschwerden

  • plötzlich einsetzende kolikartige Schmerzen
  • Ausstrahlung in den Unterbauch und in die Leiste
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Blutiger Urin
  • Ggf. Entzündungszeichen: Fieber, Schüttelfrost, Schweißausbrüche

Ursachen
Die Ursachen sind vielfältig. Zum Einen kann es durch bestimmte Ernährungsweisen zur Steinbildung kommen. So begünstigt z.B. eine erhöhte Aufnahme von Oxalsäure das Entstehen von Steinen. Diese findet man häufig in Gemüse (insbesondere Rhabarber und Spinat), Kakao und Nüssen. Daher ist bei sehr einseitig vegetarisch betonter Ernährung Vorsicht geboten. Zum anderen können verschiedene Stoffwechselstörungen zum Steinleiden führen. Dazu gehören z.B. die erhöhte Aufnahme oder Ausscheidung von Calcium und auch Harnsäure.

Vorsorge

  • Vermehrte Flüssigkeitszufuhr und erhöhte Harnausscheidung
  • Keine einseitige Diät
  • Bei Calciumsteinen: Milchprodukte meiden
  • Bei Oxalatsteinen: Rhabarber, Spinat meiden

Diagnostik

  • Urinuntersuchungen: pH-Wert und Nitrit, mikroskopischer Nachweis von Blutzellen
  • Urinkultur zum Nachweis einer Infektion
  • Ultraschall bei Harnstauung
  • Röntgen
  • Ggf. MRT oder CT

Therapie
Je nach Ursache wird zunächst versucht mit verschiedenen Medikamenten die Entstehung der Steine zu verhindern.
Besteht bereits eine Steinerkrankung, so kann bei kleinen Steinen zunächst eine medikamentöse Therapie erfolgen. Ziel ist die Steinaustreibung unter Gabe von schmerstillenden und krampflösenden Mitteln und verstärkter Harnausscheidung. Feuchte Lendenwickel, viel Bewegung und reichlich Flüssigkeitszufuhr unterstützen die Therapie.
Bei erfolgloser medikamentöser Therapie wird bei kleineren Steinen die ESWL angewandt. Die ESWL (Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie) führt zu einer Steinzertrümmerung, indem Stoßwellen, die von außerhalb des Körpers erzeugt werden, auf den Stein wirken.
Bei Steinen, die das Nierenbecken verschließen gilt als Therapiestandard die PCNL, die perkutane Nephrolithotomie. Mittels minimal invasiven Methoden wird der Stein operativ entfernt.

Weitere Therapiemöglichkeiten:
Laserlithotrypsie: Der Stein wird endoskopisch unter Lasereinstrahlung geschmolzen und verkleinert und kann dann spontan abgehen.