Das Entgiftungs-und Ausscheidungsorgan

Die Glomeruli als Filter
Über die Nierenarterie gelangt das Blut zu den Glomeruli.
In dem Glomerulum werden Eiweiße und Zellen von der Flüssigkeit getrennt. Dabei entsteht der sogenannte Primärharn. Dieser enthält jedoch neben Stoffen zur Ausscheidung auch noch für den Körper wertvolle Substanzen wie Glukose und Salze. Damit diese der Ausscheidung entgehen und dem Körper erhalten bleiben, müssen sie zurückgewonnen werden.
Wenn dieser Primärharn von  ca. 150 Liter pro Tag ausgeschieden werden würde, wäre der Körper durch den Flüssigkeitsverlust nicht lebensfähig.

Daher wird der größte Teil des Primärharns (Wasser und die darin gelösten wertvollen Stoffe) wieder aufgenommen und in das Blut abgegeben. Dies geschieht ebenfalls in Strukturen, die zu den Nierenkörperchen gehören, nämlich in den Tubuli.
    
Endkontrolle in den Tubuli
In dem Leitungssystem der Tubuli erfolgen die Resorptionsvorgänge und die Endkontrolle über die Ausscheidung von Stoffen. Dieses Leitungssystem mündet in das sogenannte Nierenmark. Dies besteht aus den sog. Sammelrohren in sog. Markpyramiden zusammengefasst.  Dabei ist die Pyramidenspitze jeweils dem Nierenbecken zugewandt. Jede Niere hat zwischen 10 und 12 Markpyramiden. Die als Papillen bezeichneten Pyramidenspitzen münden frei in den Hohlraum der Nierenkelche, die dann alle zusammen das Nierenbecken bilden.

Der verbleibende Teil wird als Endharn (Urin) bezeichnet. Er enthält alles, was für den Körper nicht mehr verwendbar bzw. giftig ist. Der Mensch scheidet pro Tag etwa 1-1,5 Liter Urin aus.

Sie sind gleichzeitig Filterorgan, das das Blut von Stoffen befreit, die der Körper nicht weiter verwerten kann, also von Stoffwechselendprodukten, oder von Stoffen, die für den Körper in höherer Konzentration schädlich wären. Sie ist also in der Hauptsache ein Ausscheidungsorgan

Warum findet man bei Diabetes Zucker im Urin?
Unter Normalbedingungen gehört Glukose zu den Substanzen, die aus dem Primärharn resorbiert werden, da sie der Körper noch verwenden kann. Bei gegebener Zuckerkrankheit ist allerdings der  Blutzucker, d.h. der Gehalt an Glukose, im Blut zu hoch. Daher versucht der Körper  die überschüssige Menge über die Niere loszuwerden und scheidet diesen mit dem Endharn aus. In diesem Fall geben die Glomeruli mehr Zucker in den Primärharn ab, als von den Tubuli wieder "recycelt" werden kann. Der Überschuss gelangt so mit dem Harn ins Nierenbecken und von dort über die Harnleiter zur Blase.